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Das Wesen der Elektrizität ist nur schwer zu erfassen. Sie besitzt weder Masse noch Gestalt und erschließt sich den menschlichen Sinnen nur mittelbar (durch Wärme, Licht, Magnetismus…). Man kann sie weder sehen noch hören, riechen oder schmecken. Aber fühlen, oft mit verheerenden Folgen. Die Abwehr von Personenschäden, die jedermann persönlich betreffen können und die durch elektrische Energie gezündeten Brände sind dabei von besonderem, öffentlichem Interesse.

 

 

DIN VDE, das deutsche Institut für Normung und der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. sind dem Staat gegenüber in der Pflicht, Vorschriften und Normen so zu gestalten, dass die Sicherheitsanforderungen der erlassenen Gesetze und Verordnungen entsprechend umgesetzt werden. Es müssen Maßnahmen zum Schutz gegen elektrischen Schlag und zum Schutz vor Brandgefahren für alle mit elektrischer Energie betriebenen Geräte, Maschinen und Anlagen vorhanden, wirksam und dauerhaft sein. Diese Aufgabe obliegt dem VDE-Vorschriftenwerk.

 

 

Unfallforschung

 

Der VDE-Ausschuss „Sicherheits- und Unfallforschung“, bestehend aus Vertretern von Normungs- und Prüfinstituten, universitären Einrichtungen, Berufsgenossenschaften, Versicherern, Experten für elektrische Unfälle u.s.w., kann auf eine jahrzehntelange Geschichte zurückblicken. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Unfälle und Schäden zu vermeiden und Risiken zu mindern, welche im Umgang mit elektrotechnischen Einrichtungen, Verfahren und Dienstleistungen im privaten, gewerblichen und industriellen Bereich entstehen können. Er hat durch seine Arbeit maßgeblich dazu beigetragen, dass wir zurzeit nur noch ca. 50 tödliche Stromunfälle im Jahr verzeichnen müssen. In den 60er Jahren waren es noch über 400 (Gesamtdeutschland).

Die Zahl der tödlichen Stromunfälle in Industrie und Gewerbe konnte wesentlich gesenkt werden, nicht jedoch in Heim und Freizeit.

Häufige Fehlerursachen in Heim und Freizeit

 

Die häufigsten Unfälle im Privatbereich entstanden durch Anschlussfehler, insbesondere Leitervertauschung, durch Reparaturfehler und durch Unkenntnis, Leichtsinn und mangelnde Motivation zu sicherheitsbewusstem Handeln, sowie durch Unterschätzung des Risikos von Körperströmen. 70 % der tödlich verlaufenden Unfälle im Privatbereich traten in Bädern, im Freien und in Küchen auf, die als Werkstatt missbraucht wurden.

 

Ende der 70er Jahre ereigneten sich viele Unfälle in Badewannen, durch in das Badewasser gefallene Haartrockner, Radios oder Heizlüfter. Ab 1984 hatte man dann verfügt, dass in allen Neubauten die Steckdosenstromkreise in Bade- oder Duschräumen zusätzlich durch Fehlerstrom-Schutzschalter mit 30 mA Bemessungsdifferenzstrom zu schützen sind, sofern nicht weitergehende Schutzmaßnahmen wie z. B. Schutzkleinspannung vorhanden waren.

 

Brände

 

Nach Schätzungen wird mindestens jeder fünfte Brand durch elektrische Energie gezündet. Die elektrische Anlage kommt nach bekannten, statistischen Erhebungen von Sachversicherern sogar in 25–30 % aller Fälle als Brandursache in Frage. Sachschäden und Personenschäden (z. B. durch Rauchvergiftungen) sind oftmals die Folgen. Die Zahl der ums Leben gekommenen Personen ist mit denen durch Stromunfälle verunglückten Personen vergleichbar.

 

Brände können unter anderem entstehen durch:

  • überlastete Leitungen (fehlerhafte Absicherung)
  • überhitzte Leuchten (Wärmestau)
  • Isolationsfehler elektrischer Geräte
  • defekte Betriebsmittel, unsachgemäße Handhabung
  • lockere Schraubverbindungen
  • korrodierte Kontakte
  • Kriechstreckenbildung (Verschmutzung)
  • Ableitströme (von Schutzeinrichtung nicht abgeschaltet)

 

 

Quelle: VDE